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Was da alles mit muß - gut, daß der LKW jetzt noch mehr Stauraum hat |
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Dienstag mittag: Pferde verladen und Abfahrt der Kolonne am DOKR |
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Am haven 5806 in Rotterdam bleibt genug Zeit, die Pferde zu füttern, denn die werden als letztes verladen. |
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..und wir dachten immer, Engländer wären Hundefreunde. Gut, daß Lotta nicht mit ist! |
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Linksverkehr erfordert Konzentration, aber Mittwoch gegen Mittag erreichen wir wohlbehalten... |
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... das Yorkshire Riding Center in Markington/Harrogate |
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Die Pferde dürfen in ihre neuen Boxen, während wir uns bei einem original Englischen Picknick stärken. |
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"Füße vertreten" auf der Weide und beim Schrittausritt ums Dorf |
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Eine tolle Chance für Julia-
2 Monate Trainings- und Turnieraufenthalt in England
England ist und bleibt das „Mutterland der Vielseitigkeit“, das hat Julia in den letzten Wochen während der Vorbereitung ihres Englandaufenthalts immer wieder gemerkt. Es begann schon damit, daß es in England einen eigenen nationalen Verband für das Vielseitigkeitsreiten gibt: British Eventing. BE veranstaltet im Laufe der Saison von März bis November fast 200 Vielseitigkeitsturniere. Auf diesen gibt es nur Vielseitigkeitsprüfungen, fast immer in mehreren „Classes“, diese reichen von BE80 T (eine Einsteigerprüfung ohne Wertung), BE90 (E), BE100 (A), über Novice (L), Intermediate (M) bis Advanced (S). Die Teilnahmeberechtigung an den verschiedenen "Classes“ regelt sich nicht wie in Deutschland über die Leistungsklasse des Reiters, sondern über den „Grade“ des Pferdes. Der wird ebenfalls nach Erfolgen vergeben: von IV für Pferde ohne Erfolge bis I, und kann sich auch während der laufenden Saison ändern. Dann darf das Pferd in niedrigeren Classes nur außer Konkurrenz (HC) starten, oder wenn diese „open“ ausgeschrieben sind.
Eventing in England ist teuer
Julia musste also sich und ihre 5 Pferde als erstmal bei BE registrieren, und merkte dabei gleich: Eventing in England kostet richtig Geld: Saisongebühr für den Reiter über 100£, für die Pferde je nach „Grade“ zwischen 90 und 165. Buddy und Louis wurden in Grade I eingestuft, Kaiser in Grade II und Krispe und Dodo in Grade III. Bald ging es los mit den ersten Nennungen, auch dabei ging es finanziell zur Sache, obwohl Julia natürlich erstmal klein anfängt: ca. 55£ für eine BE100, fast 100£ für Intermediate…und Gewinngelder sind nicht wirklich verbreitet in England. Dazu kommen die Kosten für die Überfahrt nach England und den Aufenthalt im Yorkshire Riding Center bei Bundestrainer Chris Bartle. Natürlich könnte Julia und ihre Familie das alles niemals selbst bezahlen: Diese Maßnahme wird finanziell maßgeblich vom DOKR und der Stiftung Deutsche Sporthilfe getragen, außerdem bekommt Julia ein Stipendium für Begabtenförderung von der Landwirtschaftskammer NRW. Dafür möchten wir auch an dieser Stelle unseren Dank aussprechen.
Der Packmarathon
So viel Aufwand lohnt sich nur für fitte Pferde: Wie schon berichtet, hat Julia gleich die ersten Turniere der Saison genutzt, um meist mit 3 Pferden gleichzeitig an den Start zu gehen. Dabei haben alle ihre 5 Schützlinge gute Leistungen gezeigt und diese auch noch gesteigert, so daß Rüdiger Schwarz für alle das ok zum Mitfahren gegeben hat. Am Sonntag gegen Mitternacht war Julia aus Kreuth zurück, und am Montag morgen begann der Packmarathon: Erstmal ein riesen Haufen Pferdesachen und persönliche Kleidung in die schon vorreservierten Waschmaschinen, man will ja im „Vereinigten Königreich“ einen ordentlichen Eindruck machen. Dann ca. 20 Sack verschiedenes Futter verstaut (gibt’s natürlich auch in England, aber eben nicht das Gleiche, und Buddy und Kaiser sind auf „special diet“, also lieber doch mitnehmen). Anschließend wurden dann mit Hilfe von Julias Schwester Greta, die als „Groom“ mitfährt, der große Sattelschrank und sämtliche verfügbaren Kisten und Taschen gefüllt: auf die Frage, ob sie schon eine Packliste hätte, hatte Julia vorher geantwortet „Nö, ich nehme sowieso alles mit, was ich habe“. Obwohl zwischendurch noch der Schmied alle Pferde frisch beschlagen hatte, und die, die nicht mit in Kreuth waren, geritten werden mussten, waren bis zum Abend fast alle Pferdesachen gepackt.
Am Dienstag konnte dann die inzwischen getrocknete Kleidung und die übrigen persönlichen Dinge (für zwei Monate auch eine ganze Menge) eingepackt werden, dann kam die Amtstierärztin, um die Transportpapiere auszufüllen. Gegen Mittag sollten dann eigentlich die Pferde verladen werden, als beim Umrangieren des Pferdeanhängers das Bremssicherungsseil abriß – ein weiterer eiliger Botengang für Mutter Christina, die den Transport bis Yorkshire ebenfalls begleiteten wollte. Um 14.30 Uhr, also nur ein knappes halbes Stündchen später als geplant, fuhr die Kolonne schließlich am DOKR ab.
Nerven bewahren auf dem Weg nach Rotterdam
Für die gut 300 km lange Strecke nach Rotterdam war bis zum Check-In um 19.30 Uhr eigentlich genug Zeit – allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, daß die Holländer auf ihren eigenen Autobahnen noch viel mehr Staus verursachen als auf unseren. Es wurde also schon langsam knapp, als wir uns gegen 19 Uhr endlich Rotterdam näherten, und feststellten, daß die Hinweisschilder zu den Hafenkais nicht wie sonst üblich mit Zielorten oder Fährgesellschaften beschriftet waren, sondern mit Nummern! Wir hatten keine Ahnung, wo wir hinsollten, nach „haven 200-1800“ wurden wir doch nervös und baten telefonisch unsere Daheimgebliebenen mit Internetzugang um Hilfe. Die fanden schließlich heraus, daß wir zum Kai Nummer 5806 mussten (für alle, die auch mal von da aus nach England wollen: Nerven behalten, wenn man weit genug gefahren ist, kommt tatsächlich ein Wegweiser nach „Engeland“). Wir kamen noch rechtzeitig an, und dort teilte sich die Kolonne erstmal. Die VW-Busse durften als Touristenfahrzeuge gleich an Bord. Pferde gelten als „Fracht“, außerdem werden Tiere offenbar als letztes eingeladen, also mußte das LKW-Gespann am Kai warten und es war genug Zeit, die Pferde zu versorgen. Vom Sonnendeck aus konnten wir beobachten, wie LKWs und Container verladen wurden, alle mussten rückwärts auf Schiff fahren. Julia kam als letzte dran, und wie man auf dem Bild sieht, durfte sie als einzige vorwärts drauffahren - Für blonde Mädels gibt es doch Ausnahmen, allerdings wollte man sie dann auch nicht in die „Trucker-lounge“ zum Abendessen lassen.
Ankunft im Yorkshire Riding Center
Die Überfahrt verlief problemlos, auch die Pferde blieben trotz des Maschinengedröhns im Laderaum ruhig, und am Mittwoch kamen wir pünktlich um 8 Uhr in Hull an. Dann lagen nur noch gut 100 km Fahrt vor uns, auf denen das Linksfahren vor allem wegen der vielen Kreisverkehre doch erhebliche Konzentration erforderte. Am Spätvormittag erreichten wir das malerische Yorkshire Riding Center, wo uns Chris Bartle und sein Team herzlich willkommen hießen. Die Pferde durften erstmal ihre Boxen besichtigen und sich dann auf der Weide bzw. auf einem Schrittausritt die Beine vertreten. Alle 5 scheinen die lange Fahrt gut überstanden zu haben, legten sich allerdings abends sehr früh schlafen…
In den nächsten Tagen steht dann leichtes Training auf dem Programm, das erste Turnier ist erst in 2 Wochen genannt, am 8./9. Mai geht’s nach Auchinleck (Schottland), dann gleich wieder mit allen 5 Pferden. Julia wird darüber im team-blog berichten.
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