 Team PGV: Sandra mit Wolfgang, Julia mit Buddy und Ben mit Wildling |
 Julia und Buddy smart in der 1. Verfassung (Foto Jannis Roll, GermanEventing) |
Hindernisse auf dem Hauptplatz mit der Zeltstadt
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 Julia und Buddy in der Dressur |
  Ben und Julia im Gelände |
 Julia und ihr Team glücklich nach dem Cross |
 Sandra und Wolfgang im Springparcours
rechts: PGV-Team mit Bettina Hoy rechts Mitte: Sandra und Anna haben Grund zum Strahlen ganz rechts: Ohne Worte... nach oben |
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Ein traumhafter Saisonabschluß:
PGV-Team qualifiziert sich in Boekelo für die EM 2011
Das CCI*** in Boekelo ist ein ganz besonderes Turnier, das wussten zumindest die Niedersachsen Julia und Sandra schon seit der Ponyzeit: Jedesmal, wenn sie Mitte Oktober beim letzten Draußen-Turnier im Tierpark Ströhen mit ihren Teams um den „Niedersachsenwimpel“ zitterten, hingen an der Meldestelle nicht nur die Resultate der dort ausgetragenen Prüfungen, sondern immer auch die neuesten Meldungen aus Boekelo. Sowas gab es sonst nirgendwo! Ben hatte sich das Spektakel am Geländetag im letzten Jahr angesehen und schon mal als wichtiges Saisonziel „vorgemerkt“. Ein bißchen aufgeregt waren die drei also schon, als sie nach durchweg guten Saisonergebnissen und hervorragendem Abschneiden in Schenefeld Ende August nicht nur jeweils mit ihrem Toppferd die Qualifikation für „3 Sterne lang“ hatten, sondern auch alle eine Starterlaubnis in Boekelo bekamen! Seit ihrem Umstieg ins „Seniorenlager“ waren ja die internationalen Championate, nun auf 3 bis 4-Sterne Niveau, außerhalb ihrer Reichweite, so bot Boekelo nicht nur die Gelegenheit für einen tollen Saisonhöhepunkt, sondern auch die Möglichkeit, sich für ebendieses Championatsniveau zu qualifizieren…
Gewissenhafte Vorarbeit...
Sorgfältigste Vorbereitungen begannen, die Pferde mussten ja nun noch fast 2 Monate länger „auf den Punkt“ fit und motiviert gehalten werden. Das ist eine lange Zeit, vor allem nachdem die guten Ergebnisse in Schenefeld gezeigt hatten, dass nicht mehr viel zu üben war. Andererseits war so Gelegenheit, noch einmal einen tierärztlichen und physiotherapeutischen Check durchzuführen, und den optimalen Beschlagstermin anzupeilen. Da in dieser Jahreszeit durchaus schon mit Nachtfrösten zu rechnen ist, wurden Tricks gehandelt, wie der Frostschutz der LKW-Heizungen nötigenfalls überlistet werden könnte. Last but not least hatte sich herumgesprochen, dass es in Boekelo traditionell tüchtig Gelegenheit zum Partymachen gibt, also mussten noch einmal die bewährten Grooms verpflichtet werden (nur sicherheitshalber, versteht sich ;-): bei Ben und Sandra kamen die Mütter mit, die sich über die vom Veranstalter bereitgestellten Wohnwagenquartiere auf dem Turniergelände freuten. Julias Schwester Greta, die seit dem Englandaufenthalt im Frühjahr schon als Profi gilt, reiste extra aus ihrem Studienort Flensburg an.
1. Tag: Verfassungsprüfung und Geländebesichtigung
Schon am Mittwoch machte sich die Karawane also von Warendorf nach Boekelo auf, denn obwohl aus den „Langen Prüfungen“ durch den Wegfall von Rennbahn und Wegestrecken heute „kurze Formate“ geworden sind, hält dies gewisse Veranstalter nicht davon ab, einen 3-Day-Event genüsslich auf 5 Tage auszudehnen… Mittwoch Mittag war also schon die erste Verfassungsprüfung, die wie erwartet problemlos verlief. Danach waren erstmal alle neugierig auf’s Gelände. Während Bens erster Eindruck war, dass die Strecke seinem „Wildling“, mit dem er seit vielen Jahren ein eingeschworenes Team bildet, gute Möglichkeiten bieten würde, seine Stärken und seine Schnelligkeit auszuspielen, schien es Julia, als ob die optisch teils sehr auffällig ausgestalteten Hindernisse sowie einige knifflige Anreitewege durchaus eine Herausforderung sein würden. Sandra machte ihr übliches Pokerface und meinte, man würde ja sehen…
Donnerstag + Freitag: ordentliche Dressuren und schlechtes Wetter
Gegen Abend wurden dann die Dressurstartzeiten bekanntgegeben: Ben freute sich besonders, dass er auch für die deutsche Mannschaft aufgestellt worden war, er und Sandra mussten erst am Freitag ins Viereck, Julia war schon am Donnerstag Nachmittag als letzter Starter dran, also schon mal keine schlechte Ausgangsposition. Wie sich herausstellte, hatte Julia wohl das beste Los gezogen: Am Donnerstag war es noch trocken, After the Battle zeigte eine schöne Aufgabe mit ein klein wenig Spannung in der zweiten Galopptour und bekam 50,4 Strafpunkte, die am Ende Platz 12 bedeuteten. Am Freitag war der Boden im Viereck schon wesentlich matschiger, trotzdem gelang Sandra mit Opgun Louvo (Wolfgang) eine tolle Vorstellung, die Richter vergaben nur 45,9 Fehlerpunkte, Platz 5! Bis zu Bens Auftritt hatte es sich dann richtig eingeregnet, und obwohl Wildling seine Sache trotzdem ganz ordentlich machte, war Ben mit dem Ergebnis von 53,6 Punkten nicht wirklich zufrieden. Aber man hat ja Verantwortung für die Mannschaft, und obwohl vom Veranstalter eigentlich an jedem Abend Gelegenheit zu Umtrunk und Geselligkeit geboten wurde, hielt die PGV-Truppe sich erstmal weise zurück und feierte lieber am Freitag die gut überstandene Dressur mit einem gemeinsamen Essen. Auch mit der „Sponsorenbetreuung“ war man vorsichtig, das verpflichtete nämlich dazu, im Laufe des Geländetages in einem der Sponsoren-VIP-Zelte Präsenz zu zeigen: Eigentlich zwar keine schlechte Idee, stellt einen aber vor das Problem, womöglich noch vor dem entscheidenden Start im Gelände wiederholte Einladungen zum „Anstoßen“ höflich auf Holländisch ablehnen zu müssen…
Samstag: Riesenspaß im Gelände...
Da die drei am Samstag alle erst in der zweiten Hälfte des Starterfeldes dran waren, nutzten sie lieber die Zeit, um sich noch einmal genau anzusehen, was der Dauerregen mit dem Boden angestellt hatte, und natürlich auch, wie die anderen so zurechtkamen. Besonders am ersten Wasserelement (9a), ein aus einer kurzen Linkswendung zu springender V-Sprung, der für die Pferde erst spät erkennbar war, und an 22c, schmaler Sprung auf einem Hügel aus einer Rechtswendung, auch erst sehr spät zu sehen, häuften sich die Probleme. Die Zeit war mit 10.45 min lang genug, und wie sich herausstellte, auch nicht leicht zu erreichen. Am beeindruckendsten waren aber die trotz des ungemütlich Wetters in Massen angereisten Zuschauer: „Unglaublich, wie viele Menschen an eine 6200m lange Geländestrecke passen“ staunte Ben. Nach der Hälfte der Starter war Julia dran, und sie drehte eine souveräne Nullrunde in der Zeit! Sie war völlig begeistert von Buddy: „Von Start bis Ziel voll konzentriert, nie stark aber immer auf Zug, sicher und vertrauensvoll an jeder Aufgabe, es hat einfach nur Spaß gemacht! Und da Galoppieren sowieso seine Lieblingsaufgabe ist, hatte er auch überhaupt keine Probleme in die Zeit zu laufen, ich glaube auch noch eine Runde wäre locker drin gewesen, er ist halt ein Vollblüter…“. Sandra wollte mit ihrem erst achtjährigen Wolfgang, der seit dem Verkauf von Carlos und Laurie und dem Verlust von Nobel nun ihr Hoffnungsträger ist, kein Risiko eingehen, brauchte für eine sichere und stilistisch ansprechende Runde 23 Sekunden länger als die Bestzeit, und war mit dieser Leistung ihres Nachwuchsstars sehr zufrieden. Wild Thing Z hatte die schwierigsten Bodenverhältnisse und kassierte tatsächlich 0,8 Zeitfehler (für ihn sehr ungewöhnlich), was die beiden dennoch um 19 Plätze nach vorne brachte! „Wildling und ich hatten einen Riesenspaß“, meinte Ben und freute sich, dass das deutsche Team mit 4 Nullrunden noch immer in Führung lag.
... und abends auf der Party.
Die Zeit bis zum Abend verbrachten Reiter und Grooms damit, ihre vierbeinigen Helden zu umsorgen, und nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass sie alles gut überstanden hatten und die Eispackungen und übrigen Kühlungsmaßnahmen „nur sicherheitshalber“
und bei den Grooms in den besten Händen waren, wurde es
Zeit, endlich richtig Party zu machen! Das ist in der
Vielseitigkeit so Tradition, dass nach dem Gelände auf jeden
Fall gefeiert wird (wenn’s nicht so geklappt hat, erst recht
;-) und auch Sandra, Julia und Ben haben da seit der
Ponyzeit schon Übung drin. Natürlich ist es Ehrensache, sich
mindestens zwei Stunden vor der meist recht zeitig am
Sonntag Morgen angesetzten 2. Verfassungsprüfung davon zu
überzeugen, dass das Pferd fit ist, also geht es manchmal direkt von der Party wieder in den Stall
(womit auch das verdächtig aufgebrezelte Outfit erklärt wäre, in dem immer einige Teilnehmer zum Vortraben erscheinen)… Glücklicherweise betrifft der Vetcheck nur die Fitness der Pferde, ob der Reiter geradeaus läuft, wird nicht bewertet, und wie man auf hochkarätigen Springturnieren immer wieder beobachten kann, hat leichter Restalkohol (beim Reiter) offenbar keine leistungsmindernden Auswirkungen…
Sonntag: Schöner Abschluß beim Springen...
Obwohl die Party die Erwartungen voll erfüllt haben soll (und rechtzeitig zu Ende war ;-), war dann auch der Vet Check für keinen ein Problem, worüber besonders Julia sehr zufrieden war, denn Buddy ist immerhin schon 15. Aber auch Wildling soll sehr erleichtert gewesen sein, dass er vortraben durfte: Als er vor einigen Monaten in Luhmühlen wegen einer Verletzung, die er sich über Nacht im Stall zugezogen hatte, vor der Verfassung zurückgezogen werden musste, hat er das nach Aussage von Pflegerin Sybille Winter sehr übelgenommen ;-) Möglicherweise hat ihn das noch beschäftigt, als er dann später im abschließenden Springen seine beiden einzigen Fehler der Saison machte, die das Paar auf den 13. Platz zurückfallen ließen. Aber Ben war mit der Leistung seines „Wilden“ trotzdem sehr zufrieden, vor allem, weil das Team Gold gewonnen hat! Sandra und Julia lieferten in dem mit anspruchsvollen Distanzen gespickten Parcours zwei der wenigen Nullrunden und beendeten die Prüfung auf dem 9. bzw. 4. Platz! Julia war überglücklich mit diesem Saisonabschluß, und auch stolz, als sich dann noch herausstellte, dass sie als einzige mit ihrem Dressurergebnis beendet hatte. Sandra freut sich riesig, dass ihr „Baby“ Wolfgang jetzt ein „erwachsenes“ Championatspferd ist.
...und gute Aussichten für die nächste Saison!
Für alle 3 hat sich nämlich der Traum erfüllt: Sie haben ein CCI***-Quali-Ergebnis, und sind nun nicht nur formal startberechtigt für die EM 2011, sondern haben, wie Bundestrainer Hans Melzer sagte, „auch eine gute Ausgangsposition im Wettstreit um die Plätze in Luhmühlen“. Die drei sind stolz auf diesen gelungenen Auftritt des PGV-Teams, und spekulierten, dass wenn man nun eine eigene Mannschaft gestellt hätte, vielleicht zusammen mit dem ehemaligen PGV-Mitglied Anna Siemer (Junkmann), die Platz 10 erreicht hat, diese mit großem Abstand vorne gelegen hätte… Aber vielleicht gibt es dazu ja noch mal Gelegenheit, auch wenn Sandra plant, nach ihrer Abschlußprüfung als Sport- und Fitnesskauffrau im Frühjahr Aufgaben auf dem elterlichen Betrieb zu übernehmen und damit ebenfalls die PGV „erfolgreich abgeschlossen“ hat.
  
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